Impressionen

Der Kreuzweg – ein Stück Evangelium

„Die Juden nahmen also Jesus und führten ihn hinaus. Er selbst trug das Kreuz und ging hinaus an den Ort, der Schädelstätte heißt, auf hebräisch Golgotha. Dort kreuzigten sie ihn.“ Joh 19, 17-18

Unsere Kreuzwegandachten, die in der Passionszeit und ganz besonders am Karfreitag abgehalten werden, haben eine lange Tradition. Die Ursprünge liegen in Jerusalem, wo man besonders in der Karwoche den Weg Jesu nach Golgotha nachging.

Diesen Weg mit ca. 1000 Metern vom Richthaus des Pilatus, wo Jesus zum Tode verurteilt wurde, bis zur Schädelstätte sind schon die Christen der Urgemeinde in Jerusalem in andächtiger Erinnerung gegangen, später dann auch die Jerusalem-Pilger.

Etwa im 15. Jahrhundert hat man auch im Abendland auf „Calvarienbergen“ die Kreuzigung Christi dargestellt und auf dem Weg dorthin Bilder mit den Leidensstationen errichtet. In der Barockzeit um 1700 wurden die Kreuzwegbilder dann in die Kirchen hinein genommen und an die Kirchenwände gehängt.

So hat heute fast jede Kirche eigene, künstlerisch mehr oder weniger wert-voll gestaltete Kreuzwegbilder. Eigent-lich sollte man bei der Kreuzweg-andacht von Bild zu Bild gehen, doch kann auch das Aufstehen und Nieder-knien diesen Umgang versinnbildlichen.

„Der Kreuzweg ist ein Stück Evangelium, in die Sprache volkstümlicher Andachten übersetzt“ sagte Kardinal Faulhaber. Von den 14 Stationen, die heute üblich sind, sind aber nur 8 Stationen aus dem Evangelium übernommen (die 1., 5., 8., 10., 11., 12., 13., und 14 Station), die anderen sind durch uralte christliche Traditionen verbürgt.

Der Kreuzweg auf unseren Kalvarienberg

Im Jahr 1878 wurde auf dem Eichberg, wie unser Kalvarienberg ursprünglich hieß, ein Kreuzweg angelegt. Dies war zum Großteil das Verdienst von Pfarrer Biber, der sich in seiner Rotter Zeit die Todsünde geleistet hatte, das Deckengemälde in unserer alten Kirche mit blauer Farbe überpinseln zu lassen, und dafür sogar Strafe zahlen musste.

Große Verdienste erwarb sich damals der Flößermeister Georg Resch von Rauhenlechsberg (Apfeldorf), der die Kreuzwegstationen aus eigenen Mitteln stiftete. Ein Gedenkstein am Kalvarien-berg erinnert noch heute an diesen Wohltäter.

Jeden Karfreitag gehen die Rotter in großer Zahl ihren Kreuzweg und beten an den Stationen die Kreuzwegandacht. Besonders dürfte an diesem Tag die Beter beeindrucken, wenn sie vor der überlebensgroßen Kreuzigungsgruppe bei der Kapelle stehen und an die Kreuzigung Christi auf Golgotha denken.

Die Lourdesgrotte auf halber Höhe des Berges wurde nach einem Vorbild in Penzing unter Pfarrer Kracker errichtet und 1894 eingeweiht.

Nach der Marienerscheinung und den Wundern in Lourdes 1858 wollten die Marienverehrer in vielen Orten, so auch in Rott, eine eigene Mariengrotte haben.

Heute lädt unser Kalvarienberg ein zu einem Spaziergang im schattigen Wald, die Kreuzwegstationen hinauf, vorbei an der Grotte bis zur Kreuzigungsgruppe und zur Kapelle oben in der Waldlichtung. Von hier hat man einen schönen Blick über unser Dorf und über Wiesen, Äcker und Wälder der Rotter Flur. Ein Erlebnis sind die tollen Ausblicke nach Süden über den Hüttenleitenberg zum Auerberg und auf die ganze Alpenkette.

K. Erhard           


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